Unser Wanderführer Reinhard Weikl

Interview mit Frau Geiger und Reinhard Weikl

Lieber Reinhard, seit einigen Jahren bist du bereits Wanderführer im Hotel Lindenwirt.

Weshalb hast du dich für Outdoor-Aktivitäten mit unseren Gästen entschieden?

R: Einmal, bin ich meinen Gefühlen gefolgt, die mir sagten: „gehe raus in die Natur und beobachte!“ Die Tatsache, dass ich nur mit Lindenwirt Gästen unterwegs bin, flusst darin, dass diese Menschen eine andere Einstellung mitbringen als die meisten anderen Touristen in unserem Gebiet. Sie sind oft aufgeklärter und offener für neue Erkenntnisse. Dabei inspiriert mich, dass ich den Teilnehmern etwas mit auf den Weg geben kann, um im Alltagsleben wieder besser bestehen zu können.

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Wie läuft eine Wanderung mit dir ab? Die Gäste berichten mir immer, dass es sehr interessant war. Wie erklärst du bei deinen Touren?

R: Ich versuche die Aufmerksamkeit auf verschiedene Kräuter und Wildblumen zu lenken und sie zu erklären. Auch zeige ich die verschiedenen Zonen unserer Wälder. Auch das Entstehen des Waldes versuche ich ihnen näherzubringen

Fällt dir auf, ob sich die Gäste vielleicht vor der Wanderung anders verhalten oder fühlen als nach der Wanderung ?

R: Wenn wir nach der Wanderung noch alle etwas zusammen sind entbrennt meistens eine rege Diskussion um Umweltthemen und Ernährung. Die Gäste kommen als Urlauber und gehen als Freunde.

Da wären wir auch schon beim Trendthema: „Waldbaden“  Kannst du uns erklären, was es wissenschaftlich gesehen genau damit auf sich hat? Auf körperlicher und psychischer Ebene:

R: Hier verweise ich gerne auf das Buch: Der Biophilia Effekt, von Clemens G Aray, in dem der Schriftsteller die Heilung aus dem Wald erklärt. Hier ein kurzes Beispiel: -eine Wanderung im Wald erhöht die Zahl der weißen Blutkörperchen im Blut um 40%. Nach zwei Tagen bereits um 50%. Verbrächte man einen dritten Tag im Wald, so hielte dieser Effekt einen ganzen Monat lang an. Die weißen Blutkörperchen sind die Immunabwehr des Körpers und bekämpfen Entzündungen. Psychisch beruhigt ein aufmerksamer Spaziergang im Wald ungemein.

Hat eine Wanderung im Wald auch etwas mit bewegter Meditation zu tun ?

R: Der Wald tut uns gut, das spüren wir. Doch was bisher nur ein Gefühl war belegt jetzt die Wissenschaft. Sie erforscht das heilende Band zwischen Mensch und Natur. So kommunizieren die Pflanzen mit unserem Immunsystem, ohne dass es uns bewusst wird und stärken damit unsere Widerstandskräfte. Der Anblick verschiedener Landschaften trägt zur Heilung verschiedenster Krankheiten bei. Dass dieser Gang durch den Wald auch etwas mit Meditation zu tun hat ist wohl klar.

Zu Welcher Jahreszeit ist der Wald am schönsten?

R: Das kann ich nicht genau erklären, für mich hat jede Jahreszeit etwas Besonderes. Mann muss nur genau beobachten und sich Zeit nehmen, dann kommen die Erkenntnisse von ganz allein.

Manchmal wird ja der Bayerische Wald den Alpen gegenüber als unterlegen dargestellt. Welche Argumente hast du dagegen und was macht den Wald so einzigartig?

R: Ich finde, dass jede Gegend ihren besonderen Reiz hat. Betrachtet man das Hochgebirge, ist es so, dass dort das Gestein überwiegt. Im Wald dagegen überwiegt das Leben, das wir so dringend brauchen.